Programmierbare CDI & Software

Bei unserer programmierbaren CDI können die Zündkennlinie, die Zündspannung, die Polung der Impulsgeberschaltflanke, der Sensortyp sowie Sensorparameter und die Seitenständerüberwachung konfiguriert werden. Die CDI ist für Benutzer geeignet, die sich mit den technischen Grundlagen von Motoren auskennen. Die CDI ist prinzipiell für beliebige Motorräder einsetzbar, in denen ein CDI-System eingesetzt wird oder nachgerüstet werden kann.

Benötigte Teile

 
Programmierbare CDI
 
Konverter
 
Verbindungskabel
 
Computer mit Windows

 

Alle benötigten Zubehörteile sind in unserem Shop erhältlich.

In die CDI wird zum Programmieren der Konverter mit seinen sechs Pins gesteckt. Am Konverter wird das USB Kabel angeschlossen, welches an der anderen Seite mit Ihrem Computer oder Laptop verbunden wird. Über das Kabel erhält die CDI auch die zur Programmierung erforderliche Versorgungsspannung.

Bitte beachten

  • Falls die Pins des Konverters nicht in die CDI-Buchsen passen, bitte keine Gewalt anwenden, sondern die Pins vorsichtig zurechtbiegen.
  • Wie alle Elektronik-Komponenten können der Konverter und die CDI Schäden erleiden, wenn man elektrostatisch aufgeladen ist und den Konverter bzw. die CDI-Buchsen anfasst. Sicherheitshalber sollte man sich daher zuerst an einem geerdeten Gegenstand entladen, z.B. an einem Heizkörper.

Software

Unsere programmierbaren CDIs werden mit unserer Software CDI Tuner konfiguriert. Nachfolgend finden Sie einen Überblick über den Funktionsumfang sowie einen Link zur Software und den benötigten Treibern.

CDI TunerBenötigte Treiber
Unsere Software steht als Archiv zum Download bereit. Zum Entpacken empfehlen wir das frei erhältliche Programm 7-Zip. Unsere Software selbst muss nur entpackt werden und bedarf keiner Installation. Damit Ihr Computer mit der CDI kommunizieren kann, müssen Treiber installiert werden. Diese erhalten Sie über den nachfolgenden Link direkt vom Chip-Hersteller Silicon Labs. Bitte achten Sie darauf, dass Sie beim Download die korrekte Version von Windows auswählen.
Download Zur Downloadseite

Vordefinierte Profile

Für folgende Motorräder existieren vorkonfigurierte Profile, die nach Wunsch modifiziert werden können. Generell können diese auch als Vorlage für andere Motorräder verwendet werden, wenn diese ähnliche Parameter aufweisen. Sofern Ihr Motorrad nicht in der Liste aufgeführt ist, lesen Sie am besten unten im Abschnitt Spezialanwendungen weiter.

Honda Transalp XL600V (PD06)
Honda XRV650 Africa Twin (RD03)
Honda XRV750 Africa Twin (RD04/RD07)
Honda Dominator NX500 (PD08)
Honda Dominator NX650 (RD02/RD08)
Honda XR650L (RD06)
Honda NX250 (PD08) *
Honda DAX *
Skymax ST50 *
Vespa Piaggio ET4 *

* Bitte beachten: Während wir für viele Motorräder bereits gut getestete Profile anbieten können, sind die mit einem Stern gekennzeichneten weniger praxiserprobt. Sie wurden überwiegend in Zusammenarbeit mit Fahrern entwickelt. Obwohl sie bereits erfolgreich eingesetzt werden, kann aufgrund der geringeren Erfahrungswerte noch Optimierungs- und Verbesserungsbedarf bestehen. Je nach Motorrad sind außerdem kleinere Modifikationen erforderlich, z.B. der Bau eines Steckeradapters oder ein wenig Löten, um die Stromversorgung der CDI über das 12V-Bordnetz zu ermöglichen. Wir empfehlen beim Einsatz unserer CDI in diesen Motorrädern daher ein gewisses technisches Grundverständnis und die Bereitschaft, im Bedarfsfall etwas zu experimentieren und umzubauen.

Hauptfenster

[1]Profile verwalten Über diesen Button können Sie benutzerdefinierte Profile erstellen und verwalten (siehe weiter unten).
[2]Profile vergleichen Über diesen Button können zwei oder mehr Profile in einem gemeinsamen Diagramm verglichen werden.
[3]CDI programmieren Sofern bereits eine CDI angeschlossen ist, kann diese vom Hauptfenster aus mit einem Profil Ihrer Wahl programmiert werden.

[4]

Verbindung zur CDI testen Nach dem Verbinden der CDI mit dem Computer oder Laptop kann mit diesem Button ein Verbindungstest durchgeführt werden. Hierfür wird eine Nachricht an die CDI gesendet und deren Antwort abgewartet. Sofern die CDI korrekt verbunden wurde, signalisiert sie der Software ihre Einsatzbereitschaft. Sollte der Verbindungstest fehlschlagen, sollten zunächst die Kontakte des Konverters und des Kabels überprüft und sichergestellt werden, dass die Treiber für den Konverter installiert wurden.
[5]Update Über das Hilfemenü kann nach verfügbaren Updates für CDI Tuner gesucht und die Software auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Es werden auf diesem Weg auch Verbesserungen an Motorradprofilen und neue Motorradprofile nachgeladen.

Profile verwalten


In diesem Fenster werden benutzerdefinierte Profile verwaltet. Zum Editieren Ihrer Profile navigiert Sie die Software dann zum Profil-Editor (siehe weiter unten).

[1]Neu erstellen Profile können neu erstellt werden, indem Sie eine Vorlage laden und bearbeiten. Näheres dazu siehe weiter unten.
[2]Aus Datei laden Falls Sie zuvor bereits ein Profil erstellt haben, können Sie dieses von einem Datenträger laden und weiterbearbeiten.
[3]Von CDI importieren Weiterhin kann auch das aktuell auf der CDI gespeicherte Profil zum Bearbeiten importiert werden, sofern diese angeschlossen ist.

Profil erstellen


In diesem Fenster wird eine Vorlage zum Erstellen eines benutzerdefinierten Profils gewählt. Nach dem Erstellen navigiert Sie die Software zum Profil-Editor (siehe weiter unten).

[1]Vorlage auswählen Um ein neues Motorradprofil zu erstellen, wählen Sie zunächst eine Vorlage aus. Die Dropdown-Liste zeigt die Motorradtypen, die aktuell unterstützt werden. Durch die Update-Funktion im Hilfe-Menü können Sie diese auf dem aktuellen Stand halten.
[2, 3]Zündkennlinie Diese Elemente zeigen die Zündkennlinie des ausgewählten Profils. Links sind die Drehzahlen und Zündwinkel tabellarisch aufgelistet, rechts grafisch in einem Diagramm.
[4]Weitere Parameter Je nach ausgewähltem Profil existieren zudem noch weitere Parameter. Diese sind unten kurz zusammengefasst.

Profil-Editor


In diesem Fenster werden benutzerdefinierte Profile bearbeitet.

[1, 2]Zündkennlinie Die Zündkennlinie gibt an, bei welchem Kurbelwellenwinkel vor dem oberen Totpunkt (OT = höchste Stellung des Kolbens im Zylinder) abhängig von der Drehzahl der Zündfunke an der Kerze ausgelöst wird (Näheres siehe z.B. Wikipedia). Die Kennlinie wird im CDI Tuner anhand von zehn Stützpunkten festgelegt. Zwischen diesen Punkten wird die Kurve linear interpoliert. Jeder Punkt gibt dabei den gewünschten Zündwinkel für eine gegebene Motordrehzahl (RPM) an. Die Stützstellen können sowohl in der Tabelle manuell eingegeben als auch im Graphen rechts mit der Maus bis zum konstruktiv vorgegebenen roten Bereich verschoben werden. Der Übergang zwischen dem weißen und roten Bereich zeigt die maximal möglichen Werte an.
[3]Weitere Parameter

Je nach Motorradtyp können diverse weitere Einstellungen am Profil vorgenommen werden.

Zündspannung: Mit dem Wert der Zündspannung wird festgelegt, auf welche Spannung der bzw. die Zündkondensatoren vor dem Auslösen der Zündung aufgeladen werden. Näheres siehe kleine Motortechnik.

Seitenständerüberwachung: Bei gesetztem Häkchen wird die Zündung abhängig vom logischen Zustand von Pin 2 blockiert bzw. freigegeben. Dazu muss die Drahtbrücke an der CDI (falls vorhanden) durchtrennt sein (beschrieben z.B. hier). Bei aktivierter Seitenständerüberwachung ist schließlich noch auszuwählen, ob die Zündung freigegeben oder blockiert werden soll, wenn die vorhandene motorradseitige Überwachungslogik den Pin 2 mit Batterie-Minus (Ground) verbindet.

Impulsgeberschaltflanke: Damit wird festgelegt, ob die CDI durch die steigende oder die fallende Flanke der (positiven) Impulsgeberspannung getriggert werden soll. Also z.B. bei der Honda Transalp mit steigender Schaltflanke: Wenn die Impulsgeberspannung von 0V aus beginnend ansteigt und die Triggerschwelle von +2V erreicht hat, weiß die CDI, dass die Kurbelwelle in diesem Moment auf einem bestimmten Winkel vor dem OT steht.

Sensorvoreilung: Die Sensorvoreilung gibt den Wert dieses Winkels an. Die CDI kann dann abhängig davon und von der aktuellen Drehzahl berechnen, wie lange sie bis zum Auslösen der Zündung noch warten muss. Ist dieser Wert z.B. zu groß angegeben, wartet sie folglich zu lange. Das heißt, in diesem Fall verschiebt sich die gesamte Zündkennlinie in Richtung spät. Der einzutragende Wert ist der entsprechende Winkel bei niedriger Drehzahl. Der typische Impulsgeber bei Motorrädern ist ein Induktivgeber, der leider die Eigenschaft hat, mit zunehmender Drehzahl eine höhere Signalspannung abzugeben. Das heißt, dass dieser Winkel sich konstruktionsbedingt mit höherer Drehzahl vergrößert und die genaue Eigenschaft des drehzahlabhängigen Verhaltens eigentlich individuell vermessen werden muss. Das haben wir für unsere unterstützten Motorradprofile berücksichtigt. Bei anderen Impulsgebersystemen müssen gegebenenfalls entsprechende Abweichungen von der programmierten Kennlinie korrigiert werden (z.B. Überprüfung mit Stroboskop).

[4]Hauptmenü Über das Hauptmenü können Sie jederzeit Profile laden, speichern oder die CDI programmieren.

Spezialanwendungen

Falls für Ihr Motorrad noch kein vordefiniertes Profil in unserer Software existiert oder Sie eine maßgeschneiderte CDI benötigen, helfen wir Ihnen gerne bei der Umsetzung. Eine selbst angepasste CDI zu betreiben ist nicht schwer. Angeschlossen werden müssen in der Regel nur:

  • die Stromversorgung (12V-Bordnetz über Sicherungen, Zünd- und Killschalter),
  • die Zündspule(n),
  • der Impulsgeber
  • und evtl. noch die Seitenständerüberwachung.

Wegen der endlosen Zahl an unterschiedlichen Motorradtypen gibt es leider auch sehr viele verschiedene CDIs. Es existieren z.B. diverse Steckverbinder, Pin-Belegungen, elektrische Kennwerte, Arten der Stromversorgung von Bordnetz/Lichtmaschinen-Ladespule und nicht zuletzt Impulsgeber mit sehr deutlichen Unterschieden im abgegebenen Signal.

Technische Daten und Motorradschaltpläne sind aber im Regelfall beschaffbar. Für Stecker können Adapter gebaut werden, ungeeignete Zündspulen sind preiswert ersetzbar. Das Impulsgeberverhalten ist mit mehr oder weniger großem Aufwand messbar, bzw. der Impulsgeber komplett ersetzbar oder nachrüstbar, abhängig von der gewünschten Genauigkeit der programmierten Zündkennlinie.

Beispiele

HONDA 250, 650, Dax und Yamaha SR500

Wir haben mit einer minimal modifizierten programmierbaren CDI (nur ein Zündkondensator) und den entsprechenden Profilen unserer Software u.a. die HONDA 250, 650, Dax sowie versuchsweise eine Yamaha SR500 betrieben. Für letztere waren zunächst einige Umbaumaßnahmen erforderlich (Zündspule, Hallgebersystem, Verkabelung), dafür war das Ergebnis äußerst beeindruckend.

Realisierung von Geschwindigkeitsbegrenzung

Eine andere Anwendung sind Kleinkrafträder mit Geschwindigkeitsbegrenzung. Üblicherweise wird hier der Motor über den Vergaser-Ansaugstutzen gedrosselt. Unsere CDIs bieten hierfür eine bessere Lösung, die neben vielen weiteren Informationen in unseren FAQ beschrieben ist. Es gibt viele Möglichkeiten, unsere programmierbaren CDIs einzusetzen. Kontaktieren Sie uns gerne bei Fragen.

Weitere Anwendungen

Inzwischen wird unsere CDI auch im Rennsport in Gokarts eingesetzt.